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Aufstieg und Untergang eines Freizeitparks

 

 

Erstmals öffnete das Safariland am 13. Juli 1970 – nach nur dreimonatiger Bauzeit -

seine Tore.
Damals tummelten sich bereits über 100 Tiere – vom knurrenden Löwen aus Afrika

bis hin zum possierlichen, gerade erst geborenen Esel – auf dem Parkgelände.

Der ,,Tierparkbereich" bestand damals aus einem großen Tiger- und Löwengehege,

einem kleinen, künstlich angelegten See, der von Flamingos und Nessie - dem Monster

von Loch Ness - bewohnt wurde, Elefanten, Giraffen, Zebras, Kamelen und einem

Streichelzoo.


Daneben gab es im Eröffnungsjahr einen großen Kinderspielplatz, Go-Karts, einen

Bogenschieß- und einen Malstand und eine Wildwesteisenbahn.
1971 wurde die Einschienenbahn, mit der man über das ,,Serengetigelände" fahren

konnte eingeweiht.


1973 eröffnete das Safariland ein Delphinarium. Als ,,Stargast" war damals der

österreichische Meeresbiologe Professor Hans Hass eingeladen worden.
Das Becken des Delphinariums hatte eine Länge von 15 Metern, war 9 Meter breit

 und 3 Meter tief. Es fasste 375000 Liter Wasser. In der Traglufthalle, in der das

Delphinarium untergebracht war, konnten jeweils 676 Zuschauer die 5mal täglich

stattfindende Delphinshow anschauen.


Ab 1974 mussten die Autos am Eingang stehen bleiben, Züge kamen dann zu Einsatz.
Der Bau der Schienentrasse, die sich weitläufig durch das Löwen- und Tigergehege

schlängelte war zunächst allerdings nicht ganz freiwillig:
Tierärzte stellten Blei im Blut der Raubtiere fest. Tausende von – das Raubtiergehege

durchfahrende - PKW´s hatten ihre Spuren hinterlassen.
Frank und Pelzer wussten, das dringender Handlungsbedarf bestand, um die

Gesundheit der Tiere nicht weiter zu gefährden.
So entschlossen sie sich zum Bau der Safaribahn. Insgesamt drei Lokomotiven

 im Western-Look transportierten die Besucher damals durch das Raubtiergehege.


Bereits 1974 plante Arthur Frank den Bau einer Westernstadt am Eingang zum

Safariland, was sein Partner Heinz Pelzer ablehnte. Im Nachhinein betrachtet eine

bedauerliche Entscheidung. Hätten doch Safaribahn und die Westernstadt thematisch

hervorragend zusammengepasst.
Leider war die Westernstadt nur ein Beispiel für die eher wenig harmonische

Zusammenarbeit der Besitzer des Safarilandes.


Zwischen Frank und Pelzer herrschte wenig Einigkeit über die Entwicklung der

Parkanlage.
Hinzu kam das schlechte Verhältnis der Ehefrauen der beiden.
In den ausgehenden 70er Jahren kam es immer häufiger zum Streit.
Arthur Frank – Initiator und Chef seit der Gründung des Safarilandes - zog 1979

seine Konsequenzen aus dem für ihn unerträglich gewordenen Arbeitsverhältnis

und verkaufte seine Anteile am exotischen Tierpark für 1,2 Millionen Mark an

seinen Partner Pelzer.


Auch Franks Ehefrau – Kommanditorin der ,,Frank und Pelzer KG" verkaufte

ihre Anteile an Pelzer.
Heinz Pelzer war nun alleiniger Direktor des Safarilandes und gründete die ,,Pelzer

Tierpark KG". Als Geschäftsführer setzte er Hans Michels ein.
Das Safariland war damals sehr gut besucht und einer der größten deutschen Freizeitparks.
Die Gemeinde Wallerstädten plante sogar den Bau einer Umgehungsstraße, da sich die

Autos der Safariland-Besucher an guten Tagen bis in den Ort stauten.
Es mag am Ausstieg Franks, der gelernter Industrie- und Handelskaufmann ist,

gelegen haben, dass es mit dem Safariland aus finanzieller Sicht abwärts ging. J

edenfalls fehlte es Heinz Pelzer offensichtlich am betriebswirtschaftlichen Know-how.
Pelzer investierte ab1980 Unsummen in den Ausbau des Parks.
Woche für Woche rollten neue Tiertransporte ins Safariland.


Eine Affeninsel und eine Freiflughalle wurden errichtet, die Einschienenbahn umgestaltet

und renoviert. In dieser Zeit wurde auch das Dach der Einschienenbahn eingebaut.
Zu Beginn der 80er Jahre kamen dann mehr und mehr die Attraktionen ins Safariland.
Ein Cinema 180° - Kino, eine elektrische Pferdereitbahn, eine Go-Kart-Bahn, ein

Karussell, ein Spielcasino und ein großer Spielplatz mit Mondbasis wurden gebaut.


Zusätzlich wurde ein wechselndes Showprogramm installiert.


Mit dem ,,Alten Haus von Rocki-Tocki" – bei der sich ein Haus um die eigene Achse

dreht und die Besucher durch eine installierte Schaukel im Inneren den Eindruck erhalten

auf dem Kopf zu stehen - und dem ,,Bärentheater" – einer elektrischen Puppenshow -

entstanden Attraktionen mit einem - zu diesem Zeitpunkt für das Safariland – zu hohen

Investitionsvolumen.

                                   
Zusätzlich hierzu war sogar noch eine Wildwasserbahn in Planung.
Wie verheerend der finanzielle Zustand der ,,Pelzer Tierpark KG" war, wurde spätestens

um das Jahr 1983 deutlich, als das Tragluftzelt des Delphinariums durch einen Orkan

zerstört und aus finanziellen Gründen nicht mehr aufgebaut werden konnte.
Es ist anzunehmen, dass die ,,Pelzer Tierpark KG" am Ende pleite war und Heinz Pelzer

um den Verkauf des Safarilandes nicht herum kam.


Sicher ist, dass 1986 zunächst die Kölner Brauerei ,,Gaffel Kölsch" und etwas später der

Stuttgarter Fritz Kinzler – Spross einer alten Schaustellerfamilie den Park kauften.
Kinzler wollte das ,,Safariland" in ,,Rhein-Main-Park" umbenennen und den thematischen

Schwerpunkt des Parks vom Tier- zum Freizeitpark umlagern.
Das Safariland wurde zunächst wegen Umbauarbeiten bis auf weiteres geschlossen:

Der damalige Betriebsleiter Helmut Rick äußerte sich in einem Interview wie folgt:
,,Wir wollten den Rhein-Main-Park" eigentlich schon im Juni 1985 eröffnen. Weg vom

Tier, mehr Unterhaltung! Künftig soll es Fahrten auf Mississippi-Schiffen und eine

Oldtimer-Bahn geben. Eine Wildwasserbahnstrecke ist ebenso geplant wie Blasmusik,

Papageien-Dressur und mechanische Hexenhäuser oder Piratenschaukeln

wie auf dem Jahrmarkt..."

 

                                

                                        Der neue Betriebsleiter Helmut Rick hofft,

                                        das der neue Vergnügungspark bald seine

                                        Pforten öffnen kann.  (Abendpost/1985)

 

 

                                                      

 

Die Eintrittskarten befanden sich schon im Safariland Wallerstädten.

 


Zu diesem Zeitpunkt hatten die neuen Besitzer bereits über 1 Million Mark in das Projekt investiert.
Hügelgräber und nächtliche Besucher – Der Todesstoß für das ,,Safariland
Noch während der Planung des Großprojekts ,,Rhein-Main-Park" meldete sich das Wiesbadener

Landratsamt für Denkmalpflege und forderte den Erhalt der Hügelgräber im Wallerstädter Wald,

die durch einen Ausbau des Safariland-Geländes bedroht wurden.
Das Landratsamt forderte - falls eine Zerstörung der Gräber drohe - eine archäologische Sicherung.

Diese hätte zum einen sehr viel Zeit in Anspruch genommen und zum anderen Unsummen

verschlungen.


Zusätzlich hierzu wurde der geschlossene Park regelmäßig von unerwünschten Besuchern heimgesucht.

Alles, was nicht niet- und nagelfest war wurde gestohlen,. alles andere mutwillig zerstört. Die Bilder

des Bärentheaters aus dem Jahr 1990 sprechen die wohl deutlichste Sprache.
Mitverantwortlich für die Zerstörungen und Diebstähle waren ohne Zweifel auch die neuen Besitzer.
Das Gelände wurde nicht abgesichert und sich selbst überlassen.

 

Sechs junge Raubtiere warteten nach Schließung noch im Safariland auf ein neues Zuhause.

Zwei Tiere kam dann später in das Tierheim in Rüsselsheim.

 

Schließlich verlangte die Gemeinde Wallerstädten 1990 vom Besitzer des Parks die Beseitigung

der Safarilandbauten.
Da dieser der Aufforderung der Gemeinde nicht nachkam, übernahm wieder die Stadt Groß-Gerau

das Gelände und ließ die noch bestehenden Bauten abreißen.
Heute erinnern nur noch wenige Reste an den damaligen Tier- und Freizeitpark. Im Wallerstädter

Wald finden aufmerksame Spaziergänger noch Zaunreste, einige Steinfiguren und Betonklötze, die

einmal als Fundament für Zaunpfähle gedient hatten.
Als Einziges hat das Safariland-Restaurant überlebt.
Auf dem ehemaligen Parkareal wurden neue Bäume gepflanzt und Tennisplätze angelegt.
(siehe auch unter "Heute")